12 Stundenlauf Bernau

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Lauffreundin
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12 Stundenlauf Bernau

Beitrag von Lauffreundin » 30.08.2020 10:35

Ein Laufbericht im DUV Forum - ich finde, das kann man mal wieder machen

Mir ist diesmal danach einen Bericht zum Lauf zu verfassen. Ich fang mal an. Ich laufe ja seit etwa anderthalb Jahren wieder täglich. Das wollte ich nie wieder tun, nachdem ich das mal 5 Jahre gemacht hatte aber irgendwie hat es sich dann doch ergeben. Es ist diesmal anders, ich mache das tatsächlich nur für mich und für keine Statistik und fühle mich gut dabei. Für mich ist die Mindestdistanz dabei keine Meile sondern 5 km. Zuletzt habe ich es aber mit den Wochenkilometern etwas übertrieben und meist sogar mehr als die 5 km gemacht. Ich wurde etwas müde. Aber auch das hat sich einfach so ergeben und irgendwie fühlte es sich trotzdem noch richtig an. Training kann man das nicht nennen, es war natürlich immer etwas viel. Aber ich definiere Paus halt anders. Eine 70 km fühlte sich schon ruhiger an als eine 100er Woche und da ich für mich laufe ist es irgendwie auch egal, was die Trainingslehre so sagt. Meine richtig guten Leistungen habe ich zwischen 2007 und 2012 erbracht und jetzt ist alles Zugabe und auf einem anderen Level. Ich bin stolz, dass ich trotzdem noch immer einen kleinen Ehrgeiz in mir spüre, nach so vielen Jahren. Ich bin erstens nicht mehr so jung mit 52 und dann laufe ich eben so schon so lange Marathon und Ultra. Meine Statistik sagt 225 mal im Wettkampf. Das ist schon oft.
In diesem Jahr ist ja nochmal alles anders. Ich hatte das Glück mit dem Lauf in Ungarn im März. Da war ich sogar mit einem Plan vorbereitet und der hatte funktioniert. Darauf bin ich immer noch sehr stolz. Danach passierte ja nichts mehr so richtig mit Wettkampf und so lief ich halt viel aber nie lange. Merkt man schon auch, wenn das fehlt. Dann letzte Woche 50 km in Leipzig. Angesichts der nassen Strecke war das gar nicht schlecht da für mich. Und es war wohl eine gute Idee vor dem 12h Lauf gestern.
Dann stand ich gestern am Start. Völlig gelassen. Ich wusste von Ankes Zielen und mir war klar, dass sie sowieso in einer anderen Liga läuft. Ich hatte als Plan A tatsächlich: Ultra. Heißt mehr als 45 km. Nach 6 Stunden waren es dann fast 50 km. Na, das geht ja besser als gedacht und ich schaute das erste Mal nach der Platzierung auf dem Bildschirm. Oh! Platz 3. Na das sieht doch gut aus, dann könnte ich mich ja doch ein bisschen anstrengen. Bernau hat es in sich. Höhenmeter und eben sehr kantig zu laufen. Aber ich war so insgesamt mental gut drauf, denn das Umfeld hat so perfekt gestimmt. Das Konzept von Frank Göritz war megagut. Die Einteilung der Verpflegungszonen so, dass immer maximal 2 Leute zugleich dort waren. Großartig. Die Verpflegung an sich war ebenfalls richtig gut und dazu so freundliche Leute an dem Stand. Ich konnte einfach nur lächeln. Dazu wunderbar freundliche Läufer um mich rum. Alle waren gut drauf, niemand hat über irgendwas gemurrt. Und dazu kam, mein Liebster war ebenfalls gut drauf. Das hatte sich bei ihm in Leipzig schon angedeutet aber er war sich doch nicht sicher. Er hat wenig Zeit zum Training aber bei ihm zeigt sich offenbar, dass das Geheimnis halt ist: viel Ruhe in der Woche macht einen guten Wettkampf. Und er kann mit einer Strecke wie Bernau gut umgehen, das liegt ihm.
Die Strecke an sich war besser als letztes Jahr, die Stadt hat da viel investiert und es wunderbar aufgefüllt. Also korrigierte ich mein Ziel dann mal so: Rennsteig-Durchgangszeit etwa 9:30h. Denn ein bisschen vergleiche ich Bernau immer mit dem Rennsteig, ist natürlich was anderes – schon klar – aber die Höhenmeter summieren sich hier echt. Dann dachte ich an 50 Meilen. Sind etwa 81. Wäre ja auch gut gewesen. Na und dann hatte ich irgendwann eine Runde Vorsprung auf die bis dahin auf Platz 2 liegende Natalja. Das spornte dann an, das wollte ich halten. Ich wollte jetzt 2. werden. Auf einmal war das wichtig. Auf der letzten Runde lief Jörg auf mich auf. Und fragte, ob wir zusammen durchs Ziel laufen wollten, es war nicht mehr lange. Natürlich wollte ich. Da ist dann das schöne Bild entstanden. Ich hatte dann gedacht, ich kriege die 94 noch voll. Es fehlen 77m. Weil mir durch das etwas schnellere Tempo am Ende der Magen verrückt spielte. Ich musste mich dann setzen, er beruhigte sich schnell wieder. Aber die 77m fehlen jetzt an 94 und so ist es die unrunde Zahl von 93,923 geworden. Eigentlich sind doch unrunde Zahlen viel besser. Geehrt wurden am Ende eigentlich nur die Gesamtsieger aber weil ich wohl die Person mit den meisten Kilometern über die Jahre auf dieser Runde bin beschloss Frank, mir auch einen Pokal zu geben. Darüber war ich sehr gerührt und hab mich richtig doll gefreut. Sozusagen ein Sonderpokal. Ich bin dankbar, stolz auf meinen Mann aber auch sehr auf mich und genieße jetzt wirklich mal eine Woche mit ganz wenigen Kilometern. Versprochen. Euer Hoppelchen. (übrigens hab ich den Spitznamen seit dem ersten Baltic-Run – verliehen von einem gewissen Schneggi)
P.S. Jörg ist Gesamtsieger mit 116 km geworden. Hammer oder?
Viele Grüße
Hoppelchen

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